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Entwicklung der Milchproduktion in Deutschland

In Deutschland wurden im Jahr 2020 33,2 Millionen Tonnen Milch produziert, durchschnittlich waren es 8.457 kg je Milchkuh und Jahr. Deutschland ist damit der größte Kuhmilchproduzent in der EU. Zum Stichtag der Viehzählung, dem 3. Mai 2021, wurden auf etwa 55.800 Betrieben 3,89 Millionen Milchkühe gehalten.

Deutschlandweit ging in den vergangenen Jahren die Anzahl der Milchviehhalter und der Milchkühe zurück. Die produzierte Milchmenge stieg hingegen leicht an. Dies bedeutet, dass auf immer weniger Betrieben mit weniger Milchkühen mehr Milch erzeugt wird.

Entwicklungen im Milchsektor in Deutschland

In Deutschland wurden im Jahr 2020 etwa 33,2 Millionen Tonnen Milch produziert. „Hochburgen“ der Milchproduktion sind die Bundesländer Bayern (25 %) und Niedersachsen (22 %) – hier wird knapp die Hälfte der Milchmenge Deutschlands produziert. Es folgen Nordrhein-Westfalen (11 %) und Schleswig-Holstein (9 %) als wichtige Milcherzeugerländer. 81 Prozent der Milch wird in den alten Bundesländern erzeugt.

In Deutschland wurden im Mai 2021 etwa 3,89 Millionen Milchkühe gehalten. Im Jahr 1950 waren es noch 5,7 und 1999 etwa 4,8 Millionen Milchkühe.

Der Rückgang der Milchkühe lässt sich unter anderem auf steigende Einzeltierleistungen zurückführen sowie auf die Begrenzung der Gesamtmilchproduktion in Deutschland durch die ehemalige Milchquote (1984 bis 2015). Vor dem Hintergrund des Auslaufens der EU-Milchquotenregelung im Frühjahr 2015 ist in den Jahren 2012 bis 2014 der Kuhbestand sogar wieder leicht angestiegen. Diese Entwicklung setzte sich jedoch nicht fort und die Milchkuhbestände sind seit 2015 wieder abnehmend.

Entwicklung der Milchkuhbestände in Deutschland

Die Anzahl der Betriebe mit Milchkühen ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Heute gibt es in Deutschland etwa 55.800 milchviehhaltende Betriebe – 1999 waren es noch 152.500. Dennoch stehen in etwa jedem fünften landwirtschaftlichen Betrieb in Deutschland Milchkühe im Stall.

Die Bedeutung der milchviehhaltenden Betriebe ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich. In Bayern hielten im Jahr 2021 beispielsweise 31 Prozent aller Betriebe Milchkühe. In Rheinland-Pfalz waren hingegen nur 9 Prozent aller Betriebe Milchviehbetriebe.

Anzahl der Milchvieh haltenden Betriebe in Deutschland

Der Anteil der milchviehhaltenden Betriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist im Vergleich zu 2010 in allen Bundesländern gesunken in Baden-Württemberg am stärksten, im Saarland hingegen am wenigsten.

Im Durchschnitt stehen auf einem Milchviehbetrieb in Deutschland derzeit 70 Kühe. Die Spannweite ist jedoch sehr groß und reicht von weniger als 10 Kühe bis mehr als 1.000 Milchkühe pro Betrieb.

Besonders große Herden stehen in den „neuen“ Bundesländern. Während dort - historisch bedingt - die durchschnittliche Bestandsgröße bei 199 Kühen liegt, werden in den „alten“ Bundesländern durchschnittlich 61 Milchkühe pro Betrieb gehalten.

In den „neuen“ Bundesländern ist folglich der Anteil mit Betrieben mit mehr als 100 Milchkühen deutlich höher als in den „alten“ Bundesländern. Detaillierte Angaben zu den Betriebsgrößenstrukturen sind in den unten stehenden Karten zu finden.

Der Strukturwandel hält in Deutschland an: In allen Bundesländern ist die durchschnittliche Bestandsgröße gestiegen. Detaillierte Informationen zur Herdengrößenverteilung sind in der unten stehenden Abbildung zu finden.

Der Strukturwandel hält in Deutschland an: In allen Bundesländern ist die durchschnittliche Bestandsgröße gestiegen. Detaillierte Informationen zur Herdengrößenverteilung sind in der unten stehenden Abbildung zu finden.

Die Mehrzahl der Milchkühe (56 Prozent) wird in Betrieben mit über 100 Kühen gehalten. Die Betriebe mit über 100 Kühen machen zusammengenommen 19 Prozent aller Milchviehbetriebe aus. Werden nur die Betriebe mit mehr als 199 Kühen angeschaut, die 5 Prozent aller Milchviehbetriebe repräsentieren, halten diese Betriebe 30 Prozent der Kühe. Im Vergleich dazu stellen die kleineren Betriebe mit weniger als 50 Kühen zwar den größten Teil der Milchviehbetriebe in Deutschland (54 Prozent) dar, jedoch nur 16 Prozent der Milchkühe. In der Vergangenheit war ein stetiger Trend hin zu größeren Betriebsgrößen zu verzeichnen. So hielten 2010 8 Prozent der Milchviehbetriebe mehr als 100 Kühe. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 34 Prozent der Milchkühe in Beständen mit mehr als 100 Kühen.

Herdengrößenstruktur in Deutschland (2021)

Rein rechnerisch hat jede Milchkuh in Deutschland im Jahr 2020 8.457 kg Milch produziert. Diese durchschnittliche Milchleistung in Deutschland ergibt sich aus den Milchkuhbeständen der Bundesländer und der Milchleistung in den jeweiligen Bundesländern. Die Milchleistung unterscheidet sich jedoch in den Regionen und wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem die Rasse, das Haltungsverfahren bzw. Fütterungssystem und zahlreiche andere Aspekte.

Zwischen 2010 und 2020 ist die Milchleistung in allen Bundesländern angestiegen, durchschnittlich um 137 Kilogramm je Kuh und Jahr. Dies entspricht einem durchschnittlichen Leistungsanstieg über die Jahre hinweg von insgesamt 19 Prozent. Besonders stark ist die Milchproduktion in den neuen Bundesländern angestiegen.

Entwicklung der Milchleistung in den Bundesländern

In Deutschland werden sehr unterschiedliche Rassen zur Milchproduktion gehalten. Es gibt Rassen, die in erster Linie für eine hohe Milchleistung gezüchtet werden, andere Rassen werden hingegen als „Zweinutzungsrassen“ gezüchtet. Sie haben in der Regel eine geringere Milchleistung, dafür aber einen höheren Fleischertrag.

Die klassische Milchviehrasse ist die Holstein-Friesian-Kuh, Schwarzbunt oder Rotbunt. 59 Prozent aller zur Milchproduktion gehaltenen Kühe in Deutschland gehören zu dieser Rasse. Typische Zweinutzungsrassen sind Fleckvieh oder Braunvieh. Sie werden überwiegend in südlicheren Regionen Deutschlands zur Milchproduktion genutzt und stellen etwa 31 Prozent der Milchkühe.

Die regionale Verteilung der Milchproduktion ist in Deutschland sehr unterschiedlich. In einigen Regionen wird sehr viel Milch produziert, in anderen Regionen wird weniger Milch produziert. Um kleinräumige Unterschiede zeigen zu können, werden die Daten im Folgenden auf Landkreisebene dargestellt. Da die Landkreise jedoch unterschiedlich groß sind, wird die Milchmenge zudem zur verfügbaren (LF) ins Verhältnis gesetzt. So können „Milchdichten“ auch in unterschiedlich großen Landkreisen verglichen werden.

Die Darstellung zeigt, dass die Milchproduktion sich in einigen wenigen Landkreisen besonders stark konzentriert. Dabei handelt es sich überwiegend um Standorte mit hohen Grünlandanteilen. Hier ist die Milchproduktion besonders vorteilhaft, weil Milchkühe das Grünland gut als Futtergrundlage verwerten können, während andere Betriebszweige (Schweine- oder Geflügelhaltung) Gras schlechter verwerten können. Die Wettbewerbsfähigkeit der Milchproduktion ist deshalb häufig höher als beispielsweise an Ackerbaustandorten.

Genauere Informationen zur Wettbewerbsfähigkeit der Milchproduktion in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands können Sie auch dem Arbeitsbericht entnehmen.

Wird die Milchproduktion über einen längeren Zeitraum betrachtet, so wird schnell ersichtlich, dass diese insbesondere in den milchintensiven Regionen zugenommen hat. Besonders in den nordwestdeutschen Grünlandregionen ist zwischen 2010 und 2021 ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen, während die Milchproduktion in vielen anderen Regionen Deutschlands rückläufig war.

In den einzelnen Bundesländern werden unterschiedlich viele Milchkühe gehalten. Die meisten Milchkühe stehen in Bayern, gefolgt von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Um unterschiedlich große Regionen miteinander vergleichen zu können, werden die Milchkühe in der folgenden Karte je Hektar dargestellt. Damit zeigen sich unterschiedliche „Kuhdichten“ unabhängig von der Flächengröße eines Landkreises.

Die Landkreise mit höchsten „Kuhdichten“ entsprechen nicht zwangsläufig auch den Landkreisen mit höchsten „Milchdichten“, dies kann auf die unterschiedlichen durchschnittlichen Milchleistungen in den Regionen zurückzuführen sein. Grundsätzlich werden aber natürlich in den Kernzentren der Milchproduktion auch die meisten Kühe gehalten.

Genauere Informationen zur Wettbewerbsfähigkeit der Milchproduktion in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands können Sie auch dem Arbeitsbericht entnehmen.

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