12/09 Erfolgsvergleich von Molkereien in Deutschland

Aktuelles im September 2012

Genossenschaftliche Molkereien sind per Satzung nicht auf Gewinnerzielung sondern auf Auszahlungspreismaximierung fokussiert. Private Molkereien dagegen sind auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Studien, die den Erfolg beider Molkereisysteme untersuchen, führen zu dem Ergebnis, dass besonders deutsche genossenschaftliche Molkereien im Vergleich zu privaten in den betriebswirtschaftlichen Erfolgskennzahlen schlechter abschneiden. Überraschend ist dies nicht, denn die Zielsetzung ist ja bereits unterschiedlich. Nach ihren Statuten betreiben Genossenschaften vornehmlich die Förderung der Mitglieder durch Auszahlungspreismaximierung, wodurch ein geringerer Fokus auf Gewinne gelegt wird. Daher müsste dem gebildeten Jahresüberschuss noch der „genossenschaftliche Effekt“ hinzugerechnet werden.

In der Ergebnistabelle wird ein Vorschlag zur vergleichenden Berechnung des Erfolges von 12 führenden genossenschaftlichen und privaten Molkereien in Deutschland gemacht, indem das ausgezahlte Milchgeld und die verarbeitete Milchmenge mit in die Erfolgskennzahl einbezogen und ein Ranking erstellt wird.

Bitte laden Sie die Ergebnistabelle hier herunter.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Privatmolkerei Müller über den Beobachtungszeitraum den ersten Platz belegt und beachtliche Jahresüberschüsse erzielt. In 11 der 18 Fälle waren die Molkereigenossenschaften nicht in der Lage, ein höheres Milchgeld als die umliegenden privaten Molkereien auszuzahlen. Dies wirkt sich negativ auf den rechtsformbereinigten Jahresüberschuss aus.

Insgesamt wird deutlich, dass die genossenschaftlichen Molkereien mithilfe der relativ einfachen Berechnung zutreffender beurteilt werden können, was allerdings zumeist nicht zu einer positiveren Bewertung des Erfolgs führt. Nicht berücksichtig sind in diesem Verfahren unterschiedliche Investitionen oder stille Rücklagen, was jedoch über einen größeren Zeitraum hinweg nicht zu wesentlichen Abweichungen führen sollte.

Sie interessieren Sich für die Berechnungsgrundlage? Dann kontaktieren Sie bitte unsere Autoren Achim Spiller und Anneke Hellberg-Bahr.